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Am 10.5. stand das erste größere Chasing der Saison für mich an. Im Vorfeld einer Kaltfront wurde feuchtwarme Luft nach NRW transportiert. Bei Taupunkten von 15 bis 17 °C und Temperaturen von etwa 24 °C konnten wir das eine oder andere Gewitter erwarten. CAPE und Scherung waren ausreichend vorhanden, um organisierte Gewitterzellen entstehen zu lassen. Einziges Manko war der nahezu fehlende Hebungsantrieb, denn die Front kam nur sehr langsam voran. Die Frage war also, ob das Potential ausgeschöpft werden kann.

Daniel und ich orientierten uns in den Kreis Heinsberg, da wir von dort sowohl Richtung Wesel, wo die Wahrscheinlichkeit, dass es auslöst größer war, als auch in den Jülicher Raum, wo das Potential für starke Gewitter höher war, fahren konnten.

Die Cumuli waren extrem schief und wuchsen augenscheinlich mehr zur Seite als nach oben, was zeigte, dass die Scherung sehr stark war.

Über vielen der kleinen Quellungen bildeten sich lenticularisartige Klappen, die nicht selten aus mehreren Schichten bestanden.

Insofern bot der Himmel optisch schon etwas, aber die Gewitter ließen auf sich warten. Erst am Abend nach 21 Uhr wurden wir für unsere Geduld belohnt. Es bildeten sich 3 Zellen nacheinander auf nahezu einer Linie. Die ersten beiden Zellen bildeten Wallclouds aus, die wir nahe Dülken (Kreis Viersen) beobachten konnten.

 

Die erste Zelle:



Die zweite Zelle:



Die dritte Zelle im Bunde war noch sehr frisch als sie direkt vor uns vorbeizog. Weil sie kaum blitzte und sich die Blitzschlaggefahr nicht abschätzen ließ, beobachteten wir sie lieber aus dem geschlossenen Auto heraus.

 

Leider waren die Zellen an diesem Abend sehr schnell unterwegs, so dass es uns nicht gelang an ihnen dran zu bleiben. So blieb es uns nur ihnen bei der Rückfahrt ins Ruhrgebiet hinterher zu sehen. Mittlerweile war es dunkel, so dass wir während der Fahrt noch einige Blitze zu sehen bekamen.