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Für den heutigen Tag hat Estofex ein Level 2 herausgegeben. Danach sah es am Morgen nun gar nicht aus. Der Himmel war grau in grau und es gab immer wieder kräftige Schauer. Von den angekündigten 30 °C und Sonnenschein waren wir weit entfernt. Doch die Schauer markierten den Durchgang einer Warmfront. Nachdem diese durchgezogen war, wurde es schnell wärmer und kurz hinter der Front zog auch schon das erste Gewitter durch das Ruhrgebiet. Es war erst 11 Uhr.

 

Das Gewitter war zwar nicht allzu heftig und war auch nicht wirklich fotogen, jedoch zeigte es, dass an dem Potential, das die Modellkarten offenbarten, doch etwas dran war. Aber erst einmal klarte es gegen Mittag auf, die Sonne kam raus und erwärmte die Luft auf knapp 30 °C am Nachmittag. Der Taupunkt schnellte nach der Warmfront auf Werte um 20 °C hoch.

Gegen 18 Uhr bannte sich dann langsam Auslöse an der Kaltfront an, welche von Holland in die Niederrhein-Region voran kam. Eine erste schöne Zelle war aus der Ferne Richtung Kleve zu erkennen. Entgegen unseren Erwartungen hielt diese aber nicht lange durch. Der Deckel war einfach noch zu stark. Trotz der mageren Auslöse fuhren wir der inaktiven Front entgegen. Im Gepäck nicht nur unser Equipment, sondern auch die Hoffnung, dass es auslösen würde, wenn wir im Frontbereich angekommen sind.

Unser Instinkt sollte belohnt werden. Wir hielten auf einem Autobahn-Parkplatz an der A40 kurz vor der Ausfahrt Kerken. Die Quellungen wurden kräftiger. Dazu gab es schöne Lichtstimmungen.

 

 

 

Wir verlieren die Autobahn, um näher an eine Zelle heranzukommen, die sich zu gerade zu entwickeln schien. Ihr Niederschlagskern war noch recht klein. Die Aufwindbasis war schön dunkel und saugte Fractus-Fetzen in sich auf.

   

 

 

Elektrische Aktivität? Keine … beziehungsweise noch keine. Denn die Zelle entwickelte sich prächtig. Innerhalb von gut 10 min war aus dem kleinräumigen Schauer eine Gewitterzelle mit Dauerdonnergrollen geworden. Wir hatten die Geburt eines Gewitters live mit verfolgen können.

 

 

 

 

 

Der Niederschlagskern war deutlich gewachsen und kam langsam zu uns herüber. Als die ersten Tropfen fielen, machten wir uns buchstäblich vom Acker, auf dem wir standen. Wir hatten uns für die Beobachtung der Zelle einen schmalen Feldweg ca. 1 km nordwestlich der Ausfahrt Kerken ausgesucht.

Wir verlegten einige Kilometer nach Süden und genossen nördlich von Tönisvorst erneut beste Gewitteratmosphäre.

 

 

 

Die Zelle hatte mittlerweile südwestlich angebaut, so dass sich ein kleiner, linienhafter Multizellenverbund gebildet hatte, der durch die abendlichen Lichtverhältnisse in ein leicht rötliches Licht getaucht wurde.

 

 

 

Die südlichste Zelle überrollte uns schließlich in Tönisvorst, als wir weiter nach Süden ausweichen wollten. Ampeln sind definitiv ein hemmender Faktor bei der Flucht vor einer Zelle. Die Sichtweise ging schnell auf wenige hundert Meter zurück und kleiner Hagel (ca. 1 cm) prasselte auf das Autodach. Jetzt kamen wir aufgrund der Aquaplaning-Gefahr noch langsamer aus dem Kern heraus. Als wir dies geschafft hatten, setzten wir uns bei Korschenbroich schräg hinter die südlichste Zelle und ließen sie in der Dämmerung abziehen. Die Zelle entwickelte sich zu einem schönen, freistehenden Cumulonimbus, der alle paar Sekunden von Wolkenblitzen aufgehellt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser kleine Cluster war nahezu das einzig interessante, was sich an diesem Tag trotz Level 2 bildete. Der Deckel war einfach zu stark und die Hebung der Kaltfront zu schwach für eine verbreitete Auslöse. Aber wir hatten unser schönes Gewitter und somit war das Chasing ein Erfolg!