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16+17.07.10 / Dortmund/Beckum/Oelde - Superzelle mit Wallcloud und unfassbaren Strukturen Tag VII+VIII


Am Ende hatte er doch Recht!!! ;o) Wer wohl? Unser USA-Tourist Patrick hatte wieder genau den richtigen Riecher, denn wenn er nicht so zielstrebig gewesen wäre und auf jeden Fall rausgefahren wäre, hätte ich einiges verpasst. Die erste langlebige Zelle, die eine Wallcloud ausbildete (siehe Skywarnmeldung: http://88.198.32.204/vf/370.wav ) ließen wir passieren. Sie war mit einer Zuggeschwindigkeit von 80km/h schon sehr schnell einfach nur zu nah an uns dran, sodass wir sie nicht mehr erreichen konnten. Patrick verlagerte seinen Standort zu mir, wo er mich einsammelte und wir uns in Ruhe in Dortmund-Huckarde bei Ricardo treffen wollten.

Schon auf dem Weg zu Ricardo und den anderen Jungs sahen die Unterseiten der Cu con's schon recht vielversprechend aus:




Inzwischen hatte sich das zweite System aus Belgien auf unseren Weg gemacht und sich wieder extrem verstärkt. Die Blitzrate nahm stetig zu und schon bald konnten wir ihr Wetterleuchten ausmachen. Wir verlagerten unseren Standort Richtung Dortmund-Mengede, mussten zu erst die versteckte Auffahrt der A45 suchen, um uns dann schnell auf die A2 verlagern zu können. Dies taten wir auch und konnten zum ersten Mal einen Blick auf die Zelle erhaschen. Wahnsinn!!! Diese Strukturen erinnerten schon sehr früh an eine Superzelle. Es war alles vorhanden: Pseudowarmfront, Pseudokaltfront, Mesozyklone und Wallcloud gaben sich die Klinke in die Hand. Rotation war ebenfalls vorhanden (die Wallcloud veränderte wirklich beachtlich schnell und ständig ihre Form) und bildete sehr oft trichterähnliche Strukturen aus, die oft bis fast über den Boden ragten. Ob ab und zu wirklich Bodenkontakt herrschte, das konnten wir in der Dämmerung nur schwer ausmachen. Jedoch war die Beleuchtung der Zelle gigantisch. Die Blitzrate lag zwischen 50 und 70 Blitzen pro Minute, ein Dauergeflacker par excellence machte uns den Hof und wollte nicht enden. Hier die ersten Bilder der Zelle, Standort Dortmund-Mengede, Blickrichtung Castrop-Rauxel:



























Die Radarreflektivität der Zelle war gigantisch. Auch die Form des Echos deutete nahezu auf Rotation und Ausbildung von Hookechos hin. Wer die Zelle nicht chased, der verpasst diese Nacht etwas! Patrick, Tobias, Elmar, Ricardo und ich verpassten sie nicht, wir jagten sie. Auch unsere Münsterländer Jungs wurden rasch auf sie aufmerksam und haben folgenden Bericht geschrieben:

16/17.07.2010 / Münsterland / isolierte Superzelle


Wir verlagerten unseren Standpunkt ins Münsterland. Auf der A2 sahen wir ständig den Aufwind und die Wallcloud, eine Skywarnmeldung für die Wallcloud erschien sehr plausibel. Sie lebte bereits mehr als eine Stunde, sodass von der Zelle erhöhte Gefahr ausging. (Skywarnmeldung von mir: http://88.198.32.204/vf/378.wav )
Ein wenig später auf der A2 bei Kamen kam dann das, was uns die Tour ein wenig vermasselte:

23:35 Uhr: "Vorsicht auf der A2 Dortmund Richtung Hannover, zwischen dem Kamener Kreuz und Bönen Gefahr durch ein defektes Fahrzeug auf dem rechten Fahrstreifen in der Baustelle, zur Zeit 4km Stau."

So hätte uns die Warnung ins Ohr geflüstert werden sollen, doch WDR verpennte den Stau, da sie die ganze Zeit über die Ölglocke im Golf von Mexiko diskutierten. Der Stau kam vollkommen unerwartet und total unpassend, denn wir konnten die Zelle so nicht wieder einholen. Wir standen 15 Minuten im Stau und mussten sie ziehen lassen. Wir fuhren trotzdem noch bis Oelde weiter, um die Rückseite der Zelle noch weiter auf uns wirken zu lassen. Und auch dort sah man noch die krasse Dynamik in dem Teil. Auch dort hingen immer wieder Fetzen nach unten. Leider war die Belichtung am Standort alles andere als gut, sodass ich viele Bilder mit hoher ISO machen musste. Einige Bilder rauschen stark, zeigen aber noch genug, um sie hier zu veröffentlichen:










Ein weiterer blitzaktiver Cluster aus der Eifelregion machte sich ebenfalls auf den Weg gen Norden und hielt bis zu uns durch. Wir verlagerten noch einmal Richtung Beckum, um uns von dem Cluster überrollen zu lassen. Und auch hier gab es wieder laminare Strukturen, die sich in einen verdächtigen Teil der Linie hinein bewegten. Leider blitzte es aus dem Teil fast gar nicht, aber im Dunkeln war abermals ein verdächtiger runder Teller zu erkennen, der auf eine Meso oder Wallcloud hin deuten konnte. Auch hier war die Belichtung mies, diesmal musste sogar High ISO greifen, um die Strukturen nicht verwischen zu lassen. Hier mal zwecks Dokumentation 2 Bilder mit ISO 12800, um die laminaren Strukturen + Tellerchen zu zeigen:






Kurz darauf setzte der Regen ein und wir ließen die Front passieren. Die Blitzrate war nicht mehr sehr ansprechend, daher fuhren wir nach Hause und stärkten uns vorher noch beim großen M. ;o)


Insgesamt ein sehr sehr tolles Chasing, da es sehr unverhofft kam und wenn man eben mit nichts mehr rechnet, dann wird das, was man sieht, dann umso interessanter für den Betrachter. Und erst recht, wenn sich solch eine tolle Zelle entwickelt. Ein wenig mehr Tageslicht wäre für die Strukturen von Vorteil gewesen, doch man kann nicht alles haben.


Wir haben uns dazu entschlossen, den Bericht als großen Wochenbericht zu zeigen. Daraus resultiert auch ein etwas längeres Video, um euch einen Einblick in unsere Woche zu zeigen. Leider ist beim rendern was schief gelaufen. Es rauscht ziemlich stark (besonders am Ende) und einige Texteinblendungen sind verrutscht... Basti kann sich das nicht ganz erklären, aber so schlimm ist es glaube ich nicht. Es ist wirklich sehr lang geworden, zeigt aber eindrucksvoll das erlebte Geschehen:

http://www.4elements-earth.de/flashplaye…olution=640x504

(Länge: ca. 19 Minuten, Größe: 158MB)


Eine rauschärmere Version (die allerdings nicht ganz vollständig ist), gäbe es hier zum Download:

http://chasingteam-dortmund.de/d367294/2…hasing_KW28.mpg (Achtung: 640 MB groß!!!)