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Schäden die am 26.07.2008 in Dortmund entstanden sind!


Wir haben uns auf den Stadtteil Dortmund-Schönau konzentriert, das liegt im Nordwesten Dortmunds, ca. 1km von der Universität/Technologiepark entfernt und grenzt an die Stadtteile Dorstfeld, Barop, Marten, Eichlinghofen, äußerste Innenstadt.

Ich möchte gerne mit den Einschätzungen der Anwohner und deren Erlebnissen an diesem Samstag beginnen und steige später in die Schadensdokumentation der nicht direkt betroffenen Anwohner ein; dies werden Schäden und Treibgut-Bilder sein.
Die nächsten Bilder zeigen den Keller/Garten von Frau Koch (Am Kucksberg)
Frau Koch hat uns folgende Aussagen gegeben, die ich in etwa als Zitat widergeben möchte: „Unsere Waschmaschinen und Trockner sind wahrscheinlich kaputt, Kellerfenster sind alle eingedrückt und zersprungen, wir haben bei diesem kräftigen Wind mit dem vertikalem Regen selbst Dachpappen und Ziegel verloren!“

Fenster am Garten:
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„Das war alles so grausam, mein Gott, wir hatten schon vor knapp 6 Wochen einen Wasserrohrbruch hier in unserem Stadtteil, da haben wir schon beinahe unsere Existenz verloren, und jetzt das. Damals war es wenigstens noch sauberes Wasser, aber heute? Schauen Sie sich diese Brühe an!“
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Auf die Frage, welche materiellen Schäden sie zu verzeichnen hat, antwortete sie folgendermaßen:

„Wir haben eine sehr massive Kellertür, dies ist eine Brandschutztür, die sich nach außen hin öffnen lässt. Diese Tür wurde nach innen eingedrückt, deformiert und hing aus den Angeln. Den Keller können Sie jetzt leider nicht betreten, der steht ca. 2,30m unter Wasser.“

(Von diesem Keller existiert leider kein Foto, da kein Durchkommen möglich war)

„Unsere Koikarpfen in unserem Teich haben die ganze braune Brühe jetzt im Wasser. Ich hoffe, dass sie das überleben werden, wir wissen nicht, was wir als erstes retten sollen.“
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Ein weiterer Anwohner wurde auf unsere Dokumentation aufmerksam. Uns sprach Herr Bötte an:

Er schilderte das Unwetter so:

„Ach das war schrecklich, seit 47 Jahren wohne ich hier schon, es fing erst an mit harmloseren Regen, dann fing es an extrem laut zu donnern und blitzte in einer Tour, dann setzte starker Regen ein und schwerer Sturm, wie ich ihn von der Nordsee her kenne, dann begannen riesige Hagelsteine hinunter zu bollern, einige Keller in den oberen Geschossen waren voller Hagelkörnern, der Wind pfiff so laut, es klang gespenstig, als ob hier ganze Herden durch stapfen! Meine Frau hat ein paar Hagelkörner gesammelt und ich habe sie eingefroren, teilweise hatten sie sehr komische Formen!“

Herr Bötte zeigte uns eines der komisch geformten Körner und bestätigte nochmals, dass dieser Hagelkorn so gefallen sein soll:
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„Bei uns gab es zum Glück nicht viele Schäden, da unser Fundament auf einem Plateau gebaut wurde. Wir haben nur 15-20cm Wasser im Keller, aber es ist Abwasser und es stinkt sehr streng.“

Vor seinem Haus wurden jedoch Blätter vom Hagel zerschossen:
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Wir gingen am späteren Abend in einen Häuserblock mit Eigentumswohnungen in 3 Hochhaus-Komplexen. Dort wurde Herr Burke auf uns aufmerksam, als ich ein Foto vom Parkplatz mit den verschobenen Autos gemacht hatte.

Dies ist der Anwohnerparkplatz des Hochhausbereiches. Sämtliche Autos des Parkplatzes wurden verschoben und aneinander geschoben bzw. umgedreht und rumgeschleudert, das Wasser stand dort zu Beginn des Unwetters ca. 80cm hoch!
Die Autos wurden alle samt vom Wasser und Schlamm kurzgeschlossen.
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Herr Burke machte größere Ausführungen und machte für die Unwetterschäden den Bauverband (Name wird nicht veröffentlicht) dafür verantwortlich:

„Die Leute vom Bauverband XXX sind meines Erachtens Schuld an dieser Katastrophe. Hätten sie den Bau der Schnettgerbrücke nicht so schnell und unzureichend geplant, die Überlegungen der Rückhaltebecken wären besser in Planung gekommen! Ebenfalls ist es doch bescheuert, Rückhaltebecken aufzufüllen, oder wie sehen Sie das?? Der Rüpingsbach ist nicht mehr in der Lage, das ganze Wasser aufzufangen, deswegen hatten wir hier das Wasser 80cm hoch stehen. Eine Anwohnerin hat ihr Auto sogar in den Rüpingsbach treiben sehen, so ein blauer Polo, der hängt im Teich!“
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Anhand der Spiegelstellung lässt sich vermuten, dass das Auto sich sogar überschlagen haben muss. Der Parkplatz der Anwohner befindet sich hinter der dichten Hecke im Hintergrund der Fotos. Man konnte allerdings nirgends erkennen, wo das Auto durchgebrochen ist, denn alles Gestrüpp war dort noch intakt.

Weitere Angaben von Herrn Burke:

„Die Autos standen ja alle zur Hälfte unter Wasser, alle die hier standen und stehen wurden verschoben und aneinander gedrückt, andere wurden auseinander gedrückt.“

„Durch die fehlenden Rückhaltebecken lief die Emscher blitzschnell voll, das war schon bei dem Wasserrohrbruch vor gut 6 Wochen der Fall, das ist seit dem Bau an der Schnettgerbrücke immer und immer wieder passiert. Kaum regnet es mal stärker, schon haben wir hier überall das Wasser stehen!“

„Dieses Hochhaus ist mit Eigentumswohnungen bestückt, hiervon gibt es gleich 3 Häuserblocks, zentralisiert musste das THW den Strom der Blocks abstellen, da wir bei uns im Keller verschmorte Kabel eines möglichen Kabelbrandes gerochen haben. Wie lange der Strom weg ist, kann ich noch nicht sagen.“


So viel zu den Anwohnerberichten. Wir haben viele verlorene Existenzen gesehen, deswegen haben wir nicht weiter bei den betroffenen Anwohnern gefragt.

Kommen wir nun zu einigen gesammelten Schadensbildern, die wir vor Ort ausmachen konnten.

Oberhalb der Senke in den Stadtteil Dortmund-Schönau konnten wir nur Bruchschäden an Ästen und dickeren Bäumen ausmachen. Zu diesen Schäden können wir keine besseren Angaben machen, ich halte einen Downburst für wahrscheinlich, da ich auf der Fahrt in einen hineingeraten bin, Lars ebenfalls und die Anwohner von dieser Art von Ereignis (Herr Bötte) sprachen.
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Hier der Bruchschaden am Baum, es handelte sich um einen augenscheinlich gesunden Ahorn!
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Als wir ein paar Meter weiter in die Senke hinein liefen, konnten wir immer mehr weggerissenen Asphalt sehen, teilweise war davon nichts mehr zu sehen, dies muss meterweit weggespült worden sein:
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Dieser Mercedes aus Belgien hatte keine Chance mehr. Die Besitzerin war total aufgelöst, als ich mit ihr sprach und sie sagte andauernd nur „terrible, very terrible“
Laut Auskunft vom Abschleppunternehmer, scheint es sich um einen Totalschaden des Motors zu handeln:
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Treibgut in Form von großen Aststücken wurde auch bis in die Senke des Stadtteils hinein getrieben:
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Umgestürztes Bushaltestellenschild:
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Äste und Zweige wurden zusammengetrieben:
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Leer hat diese Mülltonne schon ein beachtliches Gewicht, stelle man sich mal vor das sie womöglich gefüllt war!
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Die Wassermassen haben sogar teilweise die Versorgungsleitungen freigespült:
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Vielen Dank an folgende Personen:

Chaser: Lars Popanda (liquidsilence), Felix (Felix R. Ennepetal), Elmar Grüwel
Anwohner: Frau Koch, Herr Bötte, Herr Burke
Feuerwehrfotograf: Herr Quinting für seine Einschätzungen der Lage
Das Team des THW für die Bereitschaft, während des Katastrophenalarms Fotos für uns zu machen.

Alle Anwohner haben ihr Okay zur Veröffentlichung der Bilder gegeben! Danke!!!


Hier noch ein paar Bilder von Fabian Ruhnau (ruhrgebiet-wetter.de ), die den Tag danach zeigen.

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